Psychologie
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Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie vs. Psychoedukation bei Depressionen

Mediation

Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie vs. Psychoedukation für Patienten mit schweren Depression, die nach einer Behandlung mit Antidepressiva keine Linderung erfuhren ist der Titel einer Studie, deren Ergebnisse am 30. April 2015 in »Psychiatry Research« erschienen ist. 1

Die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (engl. Mindfulness Based Cognitive Therapy, MBCT) wurde zur Rückfallprävention bei Depressionen entwickelt. Sie kombiniert Elemente der Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (engl. Mindfulness Based Stress Reduction, MBSR) nach Jon Kabat-Zinn mit Interventionen der Kognitiven Verhaltenstherapie bei Depressionen. 2

Unter Psychoedukation werden systematische didaktisch-psychotherapeutische Interventionen zusammengefasst, die dazu dienen, Patienten und ihre Angehörigen über die Krankheit und ihre Behandlung zu informieren, das Krankheitsverständnis und den selbstverantwortlichen Umgang mit der Krankheit zu fördern und sie bei der Krankheitsbewältigung zu unterstützen. 3

Die vorliegende Studie beweist die aus der therapeutischen Praxis häufig berichtete Erfahrung der Wirksamkeit von MBCT, indem sie Studienteilnehmer zufällig auf zwei Kontrollgruppen verteilte. Die eine Gruppe erfuhr eine Therapie nach MBCT die andere Gruppe wurde mit Hilfe des methodischen Ansatzes der Psychoedukation therapiert.

Alle Probanden, die an der Untersuchung teilnehmen durften, zeigten trotz einer 2-monatiger Behandlung mit Antidepressiva keine entscheidende Linderung ihrer depressiven Symptome zu Beginn der Studie.

Die beiden verglichenen Methodiken waren vom strukturellem Aufbau identisch, nur fehlten der Psychoedukation aktive Anteile, die aber ein wesentlicher Bestandteil der MBCT sind:

  • Achtsamkeitsbasierte Meditation
  • Atemmeditaion
  • Body-Scan
  • Geh-Meditation
  • Yoga

Beide Patietengruppen wurden mit Hilfe standardisierter Verfahren hinsichtlich der Schwere ihrer Depression und einer qualitativen Beurteilung ihrer Ängste, Achtsamkeit und Lebensqualität nach insgesamt 4, 8, 17 und 26 Wochen untersucht und miteinander verglichen.

In allen abgefragten Punkten zeigte die Gruppe die nach MBCT behandelt wurde, signifikant besser Werte als die Gruppe, die nach Psychoedukation therapiert wurden.

Die Steigerung der Lebensqualität und die Linderung der depressiven Symptome war nachhaltig.

Es gibt nichts Gutes
außer: man tut es!
Erich Kästner

Es ist eben oft nicht ausreichend, wenn man einfach nur über sich und seine Krankheit Bescheid weiß. Es reicht nicht, darüber zu lesen und erzählt zu bekommen, was die Hintergründe für die Erkrankung sein mögen. Das ist definitiv zu kurz gesprungen. Es reicht auch nicht, zu wissen, was man eigentlich alles dagegen tun könnte – man muss es auch machen!

Die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie ist durch die aktive Vermittlung von wirksamen Methodiken anderen eher »verkopften« und theoretischen Ansätzen deutlich überlegen.

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