Alle Artikel mit dem Schlagwort: Biologie

Der Süßwasserpolyp Hydra

Nesseltiere steuern symbiontische Bakterien fern

CAU-Forschungsteam belegt erstmals, dass Wirtstiere die Funktion ihrer bakteriellen Symbionten steuern können In den modernen Lebenswissenschaften zeichnet sich immer deutlicher ein Paradigmenwechsel ab: Lebewesen gelten nicht mehr als in sich geschlossene Einheiten, sondern als hochkomplexe und funktionell voneinander abhängige Organismengemeinschaften. Die Erforschung der engen Verflechtungen zwischen vielzelligem und vor allem bakteriellem Leben wird in Zukunft den Schlüssel zu einem besseren Verständnis der Lebensprozesse insgesamt und insbesondere des Übergangs von Gesundheit und Krankheit liefern. Wie die Zusammenarbeit und Kommunikation der Organismen dabei im Detail abläuft, ist gegenwärtig allerdings noch in großen Teilen unbekannt. Einen wichtigen Fortschritt bei der Entschlüsselung dieser multiorganismischen Beziehungen haben nun Forschende der Arbeitsgruppe Zell- und Entwicklungsbiologie am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erzielt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Sebastian Fraune konnten erstmals belegen, dass Wirtsorganismen neben der Zusammensetzung auch die Funktion ihrer sie besiedelnden Bakteriengemeinschaften steuern können. Ihre neuartigen Ergebnisse, die sie am Beispiel des Süßwasserpolypen Hydra und seiner spezifischen bakteriellen Symbionten gewinnen konnten, veröffentlichten die CAU-Forschenden am vergangenen Montag in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals Proceedings of the …

Baumwurzel

Mykorrhiza – das Internet der Pflanzen

Kurz vor dem Ziel abgebogen, um es zu erreichen In den 90er Jahren habe ich an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg Biologie studiert. Meine Schwerpunkte waren Mikrobiologie, Genetik, Biochemie und Ökologie. Es gab damals in meinen Augen nur wenige attraktive Stellen, um nach dem Studium als Biologe irgendwo Fuß zu fassen. Pharmareferent wollte ich definitiv nicht werden. Eine Alternative musste also her. Ich habe mich etwa ab 1993 mit etwas auseinandergesetzt, was in der wissenschaftlichen Community gerade extrem Furore machte und heute weite Teile unseres Lebens bestimmt: das Internet, bzw. dem Usenet und den ersten Gehversuchen des World Wide Webs. Für mich erschien die Aussicht auf eine technische Vernetzung der Menschheit, der damit einhergehenden Möglichkeit zur weltweiten Bereitstellung von Wissen und dem kostenlosen Teilen neuester Forschungsergebnisse als unglaublich positive Verheißung. Bei aller Euphorie über die technischen Errungenschaften vergaß ich schnell, dass ich in meinem Biologie-Studium eigentlich die natürliche Basis von all dem kennenlernte, was wir Menschen unermüdlich als Beispiel unseres technologischen Fortschritts und unserer geistigen Überlegenheit über andere Wesen anführen. Zwanzig Jahre mussten vergehen, bis ich …