Alle Artikel in: Ökologie

Die Lehre vom Haushalt, welche die Beziehungen der Lebewesen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt erforscht.

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Gentransfer bei Bakterien durch Pilzhyphen gefördert

Bodenbakterien nutzen die weitverzweigten fädigen Strukturen von Pilzen, um sich auf ihnen fortzubewegen und zu neuen Nahrungsquellen zu gelangen. UFZ-Forscher konnten nun in ihrer aktuellen Studie im Fachmagazin Scientific Reports zeigen, dass diese sogenannten Pilz-Hyphen auch ein Hotspot für Gentransfer zwischen Bakterien sind. Das Titelbild zu diesem Beitrag zeigt eine mikroskopische Aufnahme der Verbreitung von Bakterien (Grün) entlang eines Hyphengeflechts der Pilze (Weiß). So sorgen Pilze für eine hohe bakterielle Vielfalt im Boden – was auch für den Abbau von Schadstoffen von Vorteil sein kann. Für Bakterien ist der Lebensraum Boden ein ziemlich unwegsames Gelände: Trockene Bereiche und Luftporen stellen für sie unüberwindbare Hindernisse dar. Um sich fortzubewegen, benötigen sie einen Flüssigkeitsfilm in dem sie schwimmen können. Große Ansprüche stellen sie dabei nicht. Schon die umgebende Schleimschicht von Pilz-Hyphen ist für ihre Fortbewegung bereits ausreichend – und wird genutzt. Dabei bietet das Pilznetzwerk (Myzel) den Bakterien auch eine hervorragende Infrastruktur: So schlängeln sich durch nur ein Gramm Waldboden mehrere hundert Meter Pilz-Hyphen. „In dem feinen Flüssigkeitsfilm rund um die Hyphen können sich die Bakterien sehr viel schneller, …

Macht’s gut und danke für den Lachs

Im Mai schrieb ich an dieser Stelle bereits über das »Internet der Pflanzen«, die Mykorrhiza. Ein Pilzgeflecht zwischen den Wurzeln der Pflanzen und im Boden, welches als ein biologisches Netzwerk zur Weitergabe von Nährstoffen und Nachrichten im Ökosystem Wald dient. Ein weiteres Beispiel der großartigen und engen Verbundenheit und Vernetzung der belebten und unbelebten Natur auf diesen Planeten findet sich an der Ostküste Kanadas, in British Columbia. Warum sind Fische für ein funktionierendes Ökosystem Wald verantwortlich und was haben die Luft, die wir atmen und die Bären, die in diesem Teil Kanadas beim Lachsfang beobachtet können, damit zu tun? Bär: »Und wir müssen meine Angel mitnehmen, denn wer eine Angel hat, hat auch immer Fische. Und wer Fische hat, braucht nicht zu verhungern…« Janosch, Oh wie schön ist Panama Der Stickstoff im Lachs nährt die Ufervegetation Wenn der pazifische Lachs aus dem Ozean zum Laichen in die Süßwasser-Flüsse seiner Geburt zurückkehrt, dann trägt er in seinem Körper eine Reihe von wichtigen Nährstoffen – so auch Stickstoff – aus dem Ozean. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass die Ufervegetation in der Nähe der …

Baumwurzel

Mykorrhiza – das Internet der Pflanzen

Kurz vor dem Ziel abgebogen, um es zu erreichen In den 90er Jahren habe ich an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg Biologie studiert. Meine Schwerpunkte waren Mikrobiologie, Genetik, Biochemie und Ökologie. Es gab damals in meinen Augen nur wenige attraktive Stellen, um nach dem Studium als Biologe irgendwo Fuß zu fassen. Pharmareferent wollte ich definitiv nicht werden. Eine Alternative musste also her. Ich habe mich etwa ab 1993 mit etwas auseinandergesetzt, was in der wissenschaftlichen Community gerade extrem Furore machte und heute weite Teile unseres Lebens bestimmt: das Internet, bzw. dem Usenet und den ersten Gehversuchen des World Wide Webs. Für mich erschien die Aussicht auf eine technische Vernetzung der Menschheit, der damit einhergehenden Möglichkeit zur weltweiten Bereitstellung von Wissen und dem kostenlosen Teilen neuester Forschungsergebnisse als unglaublich positive Verheißung. Bei aller Euphorie über die technischen Errungenschaften vergaß ich schnell, dass ich in meinem Biologie-Studium eigentlich die natürliche Basis von all dem kennenlernte, was wir Menschen unermüdlich als Beispiel unseres technologischen Fortschritts und unserer geistigen Überlegenheit über andere Wesen anführen. Zwanzig Jahre mussten vergehen, bis ich …