Autor: Jürgen

Bakterien als Schrittmacher für die Peristaltik

Bakterien als Schrittmacher des Darms

Spontane Kontraktionen des Verdauungstrakts spielen bei den allermeisten Lebewesen eine wichtige Rolle, um eine gesunde Darmfunktion zu gewährleisten. Von einfachen wirbellosen Tieren bis hin zum Menschen sind es durchweg ähnliche Bewegungsmuster, die durch das rhythmische Zusammenziehen der Muskulatur den Darminhalt transportieren und durchmischen. Diese Kontraktionen des Darms sind für den Verdauungsprozess unverzichtbar und werden in der Wissenschaft als Peristaltik bezeichnet. Bei verschiedenen Krankheiten des Verdauungstraktes, zum Beispiel gravierenden entzündlichen Darmerkrankungen des Menschen, liegen Störungen der natürlichen Peristaltik vor. Bislang ist wenig erforscht, durch welche Faktoren diese Kontraktionen gesteuert werden. Ein Forschungsteam aus der Arbeitsgruppe Zell- und Entwicklungsbiologie am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) konnte nun erstmals belegen, dass die Bakterienbesiedlung des Darms eine wichtige Schrittmacher-Funktion für die Peristaltik übernimmt. Ihre am Beispiel des Süßwasserpolypen Hydra gewonnenen Erkenntnisse veröffentlichten die Kieler Forschenden gestern in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Scientific Reports. Schrittmacher-Zellen senden in einem gewissen Rhythmus elektrische Impulse aus Auslöser der normalen, spontanen Kontraktionen des Muskelgewebes sind sogenannte Schrittmacherzellen des Nervensystems. In einem gewissen Rhythmus senden sie elektrische Impulse aus, deren Entladungen keiner …

Archaebakterien werden vom Immunsystem erkannt

Wie Archaebakterien Entzündungsreaktionen auslösen

Der Körper jedes Menschen beherbergt Billionen unterschiedlichster Mikroorganismen. Immer mehr wissenschaftliche Studien konnten in den letzten Jahren belegen, dass diese körpereigene Mikrobiota ganz wesentlich unsere Gesundheit beeinflusst und viele immunologische Prozesse durch diese Mikroben moduliert werden. Archaebakterien sind Teil der menschlichen Mikrobiota Die Mikrobiota wird zwar von Bakterien dominiert, besteht aber auch aus anderen Organismen wie Viren, tierischen Einzellern und Archaeen, die auch als Urbakterien bezeichnet werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Borstel (FZB) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) konnten nun erstmals zeigen, wie Archaeen des Stamms Methanosphaera stadtmanae vom menschlichen Immunsystem erkannt werden. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Frontiers in Immunology. Archaebakterien bilden neben den Bakterien und den Eukaryoten – Organismen, die Zellen mit Zellkern besitzen und zu denen auch die Menschen gehören – die dritte sogenannte Domäne des Lebens. Ebenso wie Bakterien sind Archaeen einzellig und haben keinen Zellkern. Viele ihrer wesentlichen zellulären Prozesse ähneln im Gegensatz dazu aber eher denen der Eukaryoten. Heute ist bekannt, dass Archaeen nicht nur unter extremen Umweltbedingungen wie zum Beispiel …

team neusta - Oldtimer Galerie im Schuppen Eins

team neusta GmbH – Arbeiten im Schuppen Eins in Bremen [Werbung]

In Bremen arbeiten? Nach meinem Biologie-Studium in Oldenburg habe ich nicht als Biologe gearbeitet, sondern bin gleich abgetaucht in die bunte Welt der neuen Medien. Viele Firmen, viele Positionen, viel gesehen, viel erfahren — viel Erfahrung. Ich war häufig am Aufbau von Teams und Produkten beteiligt, und irgendwie ging es auch vor 15 Jahren schon um die Frage, ob wir in einer neuen Art und Weise besser zusammen arbeiten können und wollen. Es wurde viel experimentiert beim schnellen Expandieren – ständig suchten wir das richtige Arbeitsumfeld und die richtigen Strukturen für die richtigen Menschen. Wegen meines Interesses an diesen Themen habe ich mich auch sehr gefreut, im Rahmen einer Blogger-Kampagne von Trusted Blogs zur Vorstellung vom team neusta in Bremen eingeladen worden zu sein. Schön war es, wieder einmal nach Bremen zu kommen – lässt mich doch diese Stadt irgendwie nicht los. Seit meinem kurzen Intermezzo bei einer Bremer Agentur namens Netcenter AG habe ich später für eine Tochter des Oldenburger Energieversorgers EWE im Weser Tower gearbeitet und bin vor kurzem Partner der Bremer Neptun Consulting …

Der Süßwasserpolyp Hydra

Nesseltiere steuern symbiontische Bakterien fern

CAU-Forschungsteam belegt erstmals, dass Wirtstiere die Funktion ihrer bakteriellen Symbionten steuern können In den modernen Lebenswissenschaften zeichnet sich immer deutlicher ein Paradigmenwechsel ab: Lebewesen gelten nicht mehr als in sich geschlossene Einheiten, sondern als hochkomplexe und funktionell voneinander abhängige Organismengemeinschaften. Die Erforschung der engen Verflechtungen zwischen vielzelligem und vor allem bakteriellem Leben wird in Zukunft den Schlüssel zu einem besseren Verständnis der Lebensprozesse insgesamt und insbesondere des Übergangs von Gesundheit und Krankheit liefern. Wie die Zusammenarbeit und Kommunikation der Organismen dabei im Detail abläuft, ist gegenwärtig allerdings noch in großen Teilen unbekannt. Einen wichtigen Fortschritt bei der Entschlüsselung dieser multiorganismischen Beziehungen haben nun Forschende der Arbeitsgruppe Zell- und Entwicklungsbiologie am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erzielt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Sebastian Fraune konnten erstmals belegen, dass Wirtsorganismen neben der Zusammensetzung auch die Funktion ihrer sie besiedelnden Bakteriengemeinschaften steuern können. Ihre neuartigen Ergebnisse, die sie am Beispiel des Süßwasserpolypen Hydra und seiner spezifischen bakteriellen Symbionten gewinnen konnten, veröffentlichten die CAU-Forschenden am vergangenen Montag in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals Proceedings of the …

bakterien hyphen gentransfer

Gentransfer bei Bakterien durch Pilzhyphen gefördert

Bodenbakterien nutzen die weitverzweigten fädigen Strukturen von Pilzen, um sich auf ihnen fortzubewegen und zu neuen Nahrungsquellen zu gelangen. UFZ-Forscher konnten nun in ihrer aktuellen Studie im Fachmagazin Scientific Reports zeigen, dass diese sogenannten Pilz-Hyphen auch ein Hotspot für Gentransfer zwischen Bakterien sind. Das Titelbild zu diesem Beitrag zeigt eine mikroskopische Aufnahme der Verbreitung von Bakterien (Grün) entlang eines Hyphengeflechts der Pilze (Weiß). So sorgen Pilze für eine hohe bakterielle Vielfalt im Boden – was auch für den Abbau von Schadstoffen von Vorteil sein kann. Für Bakterien ist der Lebensraum Boden ein ziemlich unwegsames Gelände: Trockene Bereiche und Luftporen stellen für sie unüberwindbare Hindernisse dar. Um sich fortzubewegen, benötigen sie einen Flüssigkeitsfilm in dem sie schwimmen können. Große Ansprüche stellen sie dabei nicht. Schon die umgebende Schleimschicht von Pilz-Hyphen ist für ihre Fortbewegung bereits ausreichend – und wird genutzt. Dabei bietet das Pilznetzwerk (Myzel) den Bakterien auch eine hervorragende Infrastruktur: So schlängeln sich durch nur ein Gramm Waldboden mehrere hundert Meter Pilz-Hyphen. „In dem feinen Flüssigkeitsfilm rund um die Hyphen können sich die Bakterien sehr viel schneller, …

Macht’s gut und danke für den Lachs

Im Mai schrieb ich an dieser Stelle bereits über das »Internet der Pflanzen«, die Mykorrhiza. Ein Pilzgeflecht zwischen den Wurzeln der Pflanzen und im Boden, welches als ein biologisches Netzwerk zur Weitergabe von Nährstoffen und Nachrichten im Ökosystem Wald dient. Ein weiteres Beispiel der großartigen und engen Verbundenheit und Vernetzung der belebten und unbelebten Natur auf diesen Planeten findet sich an der Ostküste Kanadas, in British Columbia. Warum sind Fische für ein funktionierendes Ökosystem Wald verantwortlich und was haben die Luft, die wir atmen und die Bären, die in diesem Teil Kanadas beim Lachsfang beobachtet können, damit zu tun? Bär: »Und wir müssen meine Angel mitnehmen, denn wer eine Angel hat, hat auch immer Fische. Und wer Fische hat, braucht nicht zu verhungern…« Janosch, Oh wie schön ist Panama Der Stickstoff im Lachs nährt die Ufervegetation Wenn der pazifische Lachs aus dem Ozean zum Laichen in die Süßwasser-Flüsse seiner Geburt zurückkehrt, dann trägt er in seinem Körper eine Reihe von wichtigen Nährstoffen – so auch Stickstoff – aus dem Ozean. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass die Ufervegetation in der Nähe der …

Höhle

Sind wir immer noch Höhlenmenschen?

Meine Realität ist nur ein Zerrbild. Deine auch? Stell dir vor, du wärst ein Gefangener in einer geräumigen Höhle. Auf einem Stuhl sitzend, gefesselt an Schenkeln und Nacken, den Kopf fixiert, so dass du nur geradeaus schauen kannst. Seitdem du denken kannst, bist du in dieser Höhle gefesselt und blickst auf die hintere Höhlenwand. Hinter dir ist ein breiter Gang, der aus der Höhle führt – den du aber nicht sehen kannst. Die Existenz dieses Ausgangs ist dir nicht bekannt. Neben dir sitzen deine Mitgefangenen, die alle in ähnlicher Weise fixiert sind wie du, und die ebenfalls nur auf die hintere Höhlenwand schauen können.

Garten

Frosch und Kröte – Ein Lehrstück buddhistischer Philosophie?

Ich höre gerne Podcasts. Zum Beispiel, wenn ich morgens mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit bin – oder Abends auf dem Weg nach Hause. Ich kann dem täglichen Einheitsbrei der meisten Radiosender nicht viel abgewinnen, die Musik gefällt mir in der Regel nicht und ständig aufgedrehte, lustige Moderatoren sind mir auch suspekt. Also schalte ich das Autoradio erst gar nicht an und habe so täglich etwa eine Stunde Zeit, um Podcasts zu hören. Die Lehren von Jack Kornfield lassen sich ebenfalls als Podcast abonieren Eine Quelle toller Podcasts ist zum Beispiel »Mindpotnetwork« mit einem großartigen Line-up bekannter Lehrer wie Ram Dass, Jack Kornfield, Joseph Goldstein, Sharon Salzberg, Lama Surya Das oder Tara Brach. Unbedingt empfehlen kann ich zum Beispiel den Podcast von Jack Kornfield. In der Ausgabe Nr. 23 hat er eine wunderbare Geschichte von Frosch und Kröte (Arnold Lobel, Das große Buch von Frosch und Kröte) vorgestellt, die für mich ein Lehrstück buddhistischer Philosophie zum Thema »Loslassen« ist: Der Buddhismus sagt, das nichts von Dauer ist, jeder Moment geht in einen neuen über. Das Leiden, das …

Schmerz

Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch. – Auswirkungen von Achtsamkeitsmeditation auf ältere Erwachsene mit chronischen Schmerzen

Eine Studie aus dem Jahre 2008 untersuchte die Auswirkungen von Achtsamkeitsmeditation auf ältere Erwachsene mit chronischen Rückenschmerzen (engl. chronic low back pain, CLBP). Dazu wurden insbesondere die Tagebucheinträge von älteren (≥ 65 Jahre) Erwachsenen ausgewertet, die mindestens seit 3 Monaten unter Schmerzen im Bereich des unteren Rückens litten und im Rahmen einer klinischen Studie an einem achtwöchigen Programm in Achtsamkeitsmeditation teilgenommen hatten. Die im Tagebuch niedergeschriebenen Einträge zeigen die positiven Auswirkungen der Achtsamkeitsmeditation auf die Bereiche Schmerzempfinden Aufmerksamkeit Schlafqualität und die Erreichung eines körperlichen und seelischen Wohlbefindens Verschiedene Methoden der zur Schmerzreduktion wurden dabei angewendet: Ablenkung erhöhte Körperwahrnehmung bessere Schmerzbewältigung Schmerzreduktion durch Meditation Die Teilnehmer beschrieben dabei, dass sie ein deutliches Wohlbefinden während und nach der Meditation empfanden, welches sich sowohl kurzfristig positiv auf die Stimmungshöhe auswirkte, als auch langfristig positiven Einfluss auf die Lebensqualität hatte. Die Praxis der Achtsamkeitsmediation hat daher ein vielversprechendes Potenzial als nicht-pharmakologische Behandlung von chronischen Schmerzen bei älteren Erwachsenen. Erkenntnisse in die Praxis integrieren Es wäre daher mehr als wünschenswert, dass bei der Behandlung älterer Menschen – insbesondere auch in unseren Seniorenheimen – die Achtsamkeitsmediation als Methode auch gezeigt und gelehrt wird. Allein die Möglichkeit der Reduktion …